Kassel: Skandal bei Autovermietung

Montag, 8. Juni 2009
Kategorie: News

Das hört sich wie ein veritabler Skandal an. So zumindest meine erste reaktion als ich bei HNA Online hörte, dass der Kasseler Toom-Markt keine Mietwagen an Ausländer verleiht. Doch ganz so drastisch, wie es auf den ersten Blick aussieht, war die Situation dann doch nicht.

In dem Artikel wird berichtet, dass der US-Italiener Antonio Emmolo einen Transporter mieten wollte, diesen aber unter Hinweis auf eine fehlende deutsche Staatsangehörigkeit verweigert bekam. Dabei lebt Emmolo seit nunmehr 30 Jahren in Deutschland. Als Alternative wurde ihm angeboten, er könne ja einen deutschen Freund vorbeischicken, der den Mietwagen auf jeden Fall bekäme.

Dreist! Doch

Im toom-Baumarkt weist man die Vorwürfe zurück und verweist auf die Bestimmungen der Autovermietung Kostmann in Frankfurt/ Oder, der die Fahrzeuge gehören. Von dort sei die Anweisung gekommen, dass man die Transporter nur an Personen mit deutschem Pass verleihen dürfe. Der Baumarkt als Zwischenhändler müsse sich danach richten. Von Ausländerfeindlichkeit könne aber keine Rede sein, da man selbst ausländische Mitarbeiter im Markt beschäftigt habe.

Kostmann jedoch braucht lediglich eine ladungsfähige Adresse in Deutschland, d.h. eine Meldebescheinigung hätte ausgereicht. Dumm nur, dass dies nicht bis in den Kasseler Baumarkt vorgedrungen ist. Ein wenig seltsam finde ich jedoch die Reaktion der Autovermieterin Simone Kostmann:

Simone Kostmann spricht von einem Kommunikationsproblem zwischen ihrem Verleih und dem Baumarkt. "Jeder definiert eine ladungsfähige Adresse anders." Darüber hinaus kann die Unternehmerin die Verärgerung von Antonio Emmolo nicht nachvollziehen. Schließlich hätte er nachfragen können. "Wenn sich der junge Mann so auf den Schlips getreten fühlt, tut er mir leid."

Um ehrlich zu sein: ich kann Herrn Emmolo durchaus verstehen ...